Zum 200. Todesjahr von Joseph Haydn
Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz
Aus Anlass des 200. Todesjahres von Joseph Haydn gestaltete der
Münchner
Gitarrist Stephan Stiens gemeinsam mit dem Ensemble
GUITAR COMPANY ein Projekt, in dessen
Mittelpunkt Haydns berühmtes Werk „Die sieben letzten Worte unseres
Erlösers am Kreuz“ steht. Die von Haydn autorisierte Fassung für ein
Tasteninstrument wurde für ein Gitarrenensemble übertragen.
Der Münchner Komponist Anton
Ruppert hat eigens für die GUITAR COMPANY kurze
Interludien geschrieben, die Haydns Sonaten gegenüber gestellt werden.
Hörbeispiele:
Haydn
Sonata
I (♫ 5,6 MB)
Ruppert
Interludio
1 (♫ 2 MB)
Haydn
Sonata
III (♫ 5,9 MB)
Ruppert
Interludio
3 (♫ 1 MB)
Haydn
Sonata
IV (♫ 5,3 MB)
TEIL 1 | IM BILD
Im ersten Teil der Konzertreihe, der am 6. April 2009 in der
Erlöserkirche in München stattfand, wurden während der Aufführung
Aufnahmen des Photographen
Thomas Lüttge
gezeigt, die auf eigene
Weise die Botschaft der Musik
reflektieren.
Vorangestellt wurde ein Vortrag der Theologin Frau
Dr. Brigitte Feiks
zum Thema „Die sieben letzten Worte“.
Thomas
Lüttge, Fotograf und freier Künstler
Neben angewandten Arbeiten entstanden über viele Jahre hinweg
eigenständige
Fotografien – farbig oder schwarz/weiß . Sie beschäftigen sich mit den
Prozessen
von Auflösung und neuem Leben in der konkreten Gegenwart.
Ein fotografischer Moment kann manchmal Zeit öffnen, so wie andere
Künste auch.
Lüttges Bilder entstehen aus weltweiten visuellen Erfahrungen und
versuchen
ohne programmatische Absichten den Betrachter hereinzuholen in eine
Lebendigkeit, die ihre Kraft aus neu entdeckten Widersprüchen bekommt.
Dr.
Brigitte Feiks, Theologin
Frau Dr. Brigitte Feiks studierte 1975-81 evang. Theologie an
der Universität München, 1981/82 erfolgte das Studium der
Erwachsenenpädagogik an der Philosophischen Hochschule SJ in München.
1984-86 war sie als
wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Religionspädagogik tätig,
anschließend
bis 1989 als Vikarin in München-Bogenhausen.
1987 promovierte sie an der evangelisch.-theologischen Fakultät der
LMU. Seit 1990 ist
sie Pfarrerin im Schuldienst und unterrichtet an weiterbildenden
beruflichen Schulen in München.
TEIL 2 | IN BEWEGUNG
Der zweite Teil der Konzertreihe fand am 18. Oktober 2009 in der Black
Box im Münchner Gasteig statt.
Sieben Solisten des Bayerischen Staatsballetts und Staatstheaters am
Gärtnerplatz, u.a. Norbert Graf, Artemis Sacantanis, haben jeweils eine
Choreographie zu jeder einzelnen Sonate geschaffen. Der Reiz dieser
Unternehmung liegt zum einen in der tänzerischen Umsetzung der
Haydnschen Musik und zum anderen in der Differenz der sieben
individuellen Interpretationen und Persönlichkeitsstile der
Choreographen. Den Sonaten wurden in einer Uraufführung kurze
Interludien gegenüber gestellt, die der Münchner Komponist Anton
Ruppert eigens für die GUITAR COMPANY geschrieben hat.
Historie
1785 oder 1786 erhielt Haydn vom Domherrn
der Kathedrale des spanischen Cadiz
den Auftrag übermittelt, als Fasten-,
Karfreitags- bzw. Passionsmusik ein Orchesterwerk
zu schreiben, dessen Sätze
die (in allen vier Evangelien zusammen
überliefert) Sieben Letzten Worte Christi
am Kreuz darstellen sollten. Dazwischen
sollte der Bischof diese Worte rezitieren und
über jedes von ihnen eine Meditation halten.
Haydn meinte später dazu: „Die Aufgabe,
sieben Adagios (d.h. langsame Sätze;
nur ein einziger von ihnen trägt die Anweisung
‚Adagio’), wovon jedes gegen zehn
Minuten dauern sollte, aufeinander folgen
zu lassen, ohne den Zuhörer zu ermüden,
war keine von den leichtesten.“